In Wien fand eine Kooperationsveranstaltung „Luft kann krank machen“ der der FINE FACTS Health Communication, ua. auch mit Unterstützung der Plattform „MeineRaumluft“, statt.

Ein fachlich hochkartätig besetztes Podium diskutierte dabei umfassende Hygiene als Fundament guter Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Pflege mit Schwerpunkt auf die Raumluft.In Europa ziehen sich jedes Jahr etwa 4,1 Mio. Menschen eine nosokomiale Infektion im Zuge eines Aufenthalts in einem Spital oder einer Pflegeeinrichtung zu, in Österreich sind es rund 90.000. Davon betroffen sind aber nicht nur vulnerable Gruppen wie Kranke oder Ältere, sondern zunehmend auch eine große Anzahl von Beschäftigten in diesen Einrichtungen. Speziell in der Pflege steigen durch kontinuierlich höher werdende Anforderungen auch die hygieneassoziierten Belastungen. Dabei geht es gleichermaßen um Infektionsrisiken durch Viren oder multiresistente Keime wie um aerogene Schadstoffe oder belastende Gerüche.

Als Basis für die Diskussion diente eine AK-Studie, die von AK-Studienautor Dr. Peter Hoffmann präsentiert wurde. Diese Studie wurde an 644 Arbeitnehmern in der Pflege durchgeführt:

Dabei fühlen sich 25 % ziemlich bis sehr stark durch übelriechende Dämpfe beziehungsweise Gerüche belastet. Die Belastungen der Pflegepersonen manifestieren sich laut eigenen Angaben vor allem in Schlafstörungen (60 %), Verdauungsproblemen (46 %) und Magenbeschwerden (30 %).

Diverse Studien stützen diese Ergebnisse und führen neben psychischen Belastungen außerdem Kopfschmerzen und erhöhten Blutdruck als mögliche Auswirkungen an.

Mit dem Airborne Infection Report Österreich wurde das Thema Lufthygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens erstmals umfassend aufgearbeitet. Der Report bietet eine profunde Analyse evidenzbasierter Studien, nimmt Stellung zum Thema Geruchsbelastung in der Pflege und rechnet vor, welche Kostensenkungspotenziale in guter Hygieneprävention liegen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass künftig ein spezieller Schwerpunkt auf Innovationen in der Raumlufthygiene – seien sie organisatorisch oder technologisch – gesetzt wird. Dadurch ist eine Steigerung der Qualität der Lebenswelt Pflegeheim für alle Beteiligten zu erwarten.