Die EU-Umweltagentur EEA vergleicht die Luftqualität von 323 Städten in 29 Ländern.

Feinstaub ist immer noch ein unterschätzter Einflußfaktor auf die Gesundheit, außen wie innen.

Die European Environment Agency EEA bestätigt 127 der getesteten Städte eine gute, 123 eine moderate und 73 eine schlechte Luftqualität. Als Referenz bezog man sich auf die durchschnittliche Luftbelastung mit Feinstaub (PM2,5) aus 2019 und 2020. Eine gute Bewertung bekam eine Stadt, welche unter den empfohlenen Wert der Weltgesundheitsorganisation WHO lag – bei Langzeitbelastung keine Überschreitung von 10 Mikrogramm Feinstaub (PM2,5) je Kubikmeter.

Die interaktive Landkarte der EEA finden Sie hier.

Die meisten Europäer leiden an Luftverschmutzung

Grundsätzlich hat sich die Luftqualität in Europa im Laufe des letzten Jahrzehnts verbessert, zurückzuführen auch auf die Emissionsverringerungen in Verkehr und Energieversorgung. Insbesondere an Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon in der Luft leiden viele Menschen im urbanen Raum. Die EEA weist darauf hin, dass Feinstaub der schädlichste Schadstoff in der Außenluft bleibt. Hitze führt durch „Flimmern“ der Luft zu höheren Feinstaubwerten, Ozon ist in langen Hitzephasen am höchsten.

Feinstaub im Innenbereich oft höher

Feinstaub im Außenbereich verursacht durch den Menschen entsteht vorwiegend durch Verkehr, Industrie, Kraftwerke und Hausbrand. Durch offene und undichte Fenster wandert dieser nach Innen. Im Innenbereich wiederum kann sich die Feinstaubkonzentration, einerseits durch Zigaretten- und Kerzenrauch, Duftstäbchen, Bürogeräten, etc., deutlich erhöhen und andererseits auch durch falsche, qualitativ minderwertige oder unregelmäßig getauschte Filter in Staubsaugern, Luftreinigern sowie Klima- und Lüftungsanlagen.

„Die Feinstaubgehalte sind drinnen oft höher als draußen“, betont Dr. Heinz Fuchsig, Arbeits- und Umweltmediziner, da der Mensch 90 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen verbringt, habe die schlechte Luft im Inneren eine größere gesundheitliche Relevanz“.

Feinstaub reizt und schädigt die Lunge. Allergiker und Asthmatiker reagieren nach dem Einatmen der Partikel besonders sensibel. Überdies erhöht der Staub auch das Risiko für Infarkte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Um die Feinstaubfracht zu verringern, empfiehlt Fuchsig, regelmäßig zu lüften und den Boden feucht zu wischen und auf eine optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent zu achten – Staub nimmt Feuchtigkeit an, wird schwer und sinkt zu Boden. Bei Hitze wiederum ist Feuchte über 40% schnell schwül, das Schwitzen wird weniger effektiv, der Schweiß rinnt. Es ist also ein schwieriger Grat zu gehen, für den man ein Thermohygrometer zur Orientierung braucht.