Tag der gesunden Raumluft: Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Raumluft abhängig.

Die Plattform „MeineRaumluft.at“ weist am Tag der gesunden Raumluft, dem 22.11., in Projektkooperation mit „die umweltberatung“ und der WKO-Gesundheitsberufe, erneut auf Bedeutung und Auswirkungen der Qualität der Raumluft in Zusammenhang mit Gesundheit und Lebensqualität hin. Aktuelle Themen sind die neuesten Ergebnisse aus den österreichweiten umfangreichen Messungen in Büroräumen sowie die erstmalige Präsentation eines kompakten Raumluft-Leitfadens für den Wohn-, Schul- und Arbeitsbereich im deutschen Sprachraum.

Trockener Arbeitsalltag

Bereits seit über zwei Jahren bieten die WKO Gesundheitsberufe über die Bundesinnung der Augenoptiker/Optometristen gemeinsam mit der Plattform MeineRaumluft.at Unternehmen ein kostenloses Mess- und Beratungsservice österreichweit an: Dabei werden Arbeitsplätze auf Luftqualität, generelles körperliches Wohlbefinden und Augengesundheit bewertet. Die aktuellen Daten aus 248 Büromessungen und 422 untersuchten Arbeitsplätzen zeigen ein durchaus bedenkliches Bild. Einer der großen Sorgenfaktoren ist die relative Luftfeuchtigkeit: Diese liegt im Durchschnitt am unteren Ende von knapp über 40%. Bei nahezu einem Drittel aller Messungen lag die Luftfeuchtigkeit sogar unter diesem Wert. Neben häufig auftretenden Augenproblemen (Office-Eye-Syndrom) kann die zu trockene Luft außerdem zu austrocknenden Schleimhäuten, damit einhergehender erhöhter Infektionsrate sowie Hautreizungen führen.

Zu hoher Kohlendioxid-Gehalt in Schulen und Büros

CO2 steht aktuell im Rahmen der Klimawandeldiskussion wieder intensiv im Fokus. CO2 gilt als Leitwert für die generelle Luftqualität und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit. Bereits bei 1.000 ppm (0,1 Vol%) CO2-Konzentration in der Raumluft empfinden ein Fünftel aller Menschen die Raumluftqualität als unbefriedigend. Die CO2-Konzentration in Innenräumen wird allerdings weiterhin stiefmütterlich behandelt. Hier ist der CO2-Gehalt durch unsere Atmung hauptsächlich hausgemacht. Über geeignete Maßnahmen (Fensterlüftung, Lüftungsanlagen etc.) sind zu hohe Konzentrationen leicht zu vermeiden.

Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Raumluftqualität abhängig

1.000 ppm CO2-Konzentration in der Raumluft sind ebenfalls als guter Anhaltspunkt, wenn es um die Raumluft in Büros geht. Auch wenn dieser Wert bei Büromessungen oft nur knapp erreicht wird, ist es bedenklich, dass diese Grenze bei knapp einem Fünftel aller Messungen (19 %) bereits überschritten wurde. Bei jeder zehnten Messung lag der Wert gar über 1.400 ppm.

„Neben der teilweise bedenklichen Raumluftqualität in Büros, führt die permanente Bildschirmarbeit zu Augen- und Sehbeschwerden. Hinzu kommen durch mangelnde Bewegung und verkrümmte Haltung weitere Problemen im gesamten Bewegungsapparat – wie z.B. im Bereich von Schultern oder Nacken. Damit leiden nicht nur die Befindlichkeit und Gesundheit, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, zeigt KommRat Anton Koller von der WKO Fachgruppe Gesundheitsberufe auf.

Präsentation eines Raumluft-Leitfadens für Wohn-, Schul- und Arbeitsbereich

Mit den umfassenden Daten aus den Büromessungen und den Daten aus einer von der Plattform MeineRaumluft.at bereits durchgeführten Messstudie in über 1.000 Schulklassen liegen unverrückbare Erkenntnisse zur Raumluftqualität in Österreich vor. Dies hat die Plattform MeineRaumluft.at dazu veranlasst, in enger Zusammenarbeit mit „die umweltberatung“ und der WKO-Gesundheitsberufe, erstmalig im deutschsprachigen Raum, einen kompakten Leitfaden für eine gesunde Raumluft zu erarbeiten. „Natürlich kann und soll jede Person einen Beitrag zum Schutz des Klimas und damit der Luftqualität beitragen – aber unmittelbaren Einfluss auf die Luftqualität haben wir nur im Innenraum. Der MeineRaumluft-Leitfaden zielt darauf ab, wesentliche Qualitätsfaktoren aufzuzeigen und praktikable Tipps zur Verbesserung der Raumluft zu geben“, begründet Mag. Thomas Schlatte Sprecher der Plattform MeineRaumluft.at die Initiative.

Mit dem Raumluft-Leitfaden durch den Wohn-, Arbeits- und Schulalltag
Die meiste Zeit unseres Lebens – nämlich ca. 90% – halten wir uns in Innenräumen auf. Die eigenen vier Wände, der Arbeitsplatz und der Klassenraum haben den größten Anteil. Der kompakte Raumluft-Leitfaden zeigt auf, mit welchen einfachen Maßnahmen das Raumklima verbessert und optimiert werden kann. Ein gesonderter Teil des Raumluft-Leitfadens widmet sich dem Neubau, der Sanierung und Renovierung. Vor Beginn einer Bauphase ist es am einfachsten und auch kosteneffizientesten auf ein gesundes Raumklima – insbesondere bei der Auswahl von Baustoffen und Technologien – zu achten.

„Der Raumluft-Leitfaden ist für den Alltagsgebrauch als praxisorientierter Ratgeber gedacht. Er zeigt, wie wir Einfluss auf die Raumluft und damit auf unsere Gesundheit nehmen können“, zeigt sich DI Markus Piringer von „die umweltberatung“ überzeugt, damit an einer Bewusstseinsbildung und Verhaltensänderung beizutragen.